Arsenals Rückkehr an die Spitze
Die Gunners sind zurück! Der 14‑malige Premier‑League‑Meister durfte sich nach 22 Jahren ohne Titel endlich wieder zum englischen Meister krönen. Dabei gelang dem Team unter Trainer Mikel Arteta eine fabelhafte Bilanz von 26 Siegen, 7 Unentschieden und 5 Niederlagen. Somit gewann erstmals seit den historischen „Invincibles“ aus dem Jahr 2004 wieder eine Generation den größten Titel im englischen Fußball.
Artetas Aufbauarbeit und taktische Identität
Der Spanier, einst lernend unter Meistertrainer Pep Guardiola, schaffte es in seinen sieben Jahren Amtszeit, ein über lange Zeit schwaches und verwundbares Team aus dem Norden Londons wieder in die Spur zu bringen und die Gunners dem internationalen Top‑Niveau gerecht zu machen. Die Taktik des FC wird jedoch sowohl von außen als auch aus dem eigenen Fanlager immer wieder kritisiert. Der Trainer, der von 2011 bis 2016 selbst 150 Pflichtspiele im roten Trikot bestritt, setzt auf eine offensive Spielweise mit ständigen Positionswechseln der Spieler. Diese Art birgt jedoch Gefahren in der Defensive, die dem FC in der Liga zwar wenige (27), aber dafür oft entscheidende Gegentore kosteten, die eine Aufholjagd des größten Konkurrenten Manchester City mitten in der Saison erst möglich machten.
Moral, Standards und Effizienz als Erfolgsfaktoren
Die Gunners bewiesen aber ein hohes Maß an Kontinuität; die vielen knapp gewonnenen Spiele sprechen für die ungewöhnlich starke Moral innerhalb der Mannschaft. Nicht unerwähnt bleiben darf auch die enorme Standardstärke: 18 Tore nach Ecken – Rekord! Diese Waffe machte vielen Gegnern ordentlich zu schaffen. Brighton‑Trainer Hürzeler zeigte sich empört. Nach dem 0:1 gegen Arsenal im vergangenen März beschwerte er sich über ihr Zeitspiel. So gingen allein in diesem Spiel 30 Minuten und 51 Sekunden Nettospielzeit aufgrund von Arsenals Unbekümmertheit zwischen den Standards verloren. Eine Statistik, die für den Außenstehenden zwar nicht gefällig sein dürfte, sich aber als effizient herausstellte. Solche Aktionen sind schließlich nötig, um Spiele bei der ohnehin schon großen Belastung auch mal ohne Glanz zu gewinnen.
Transfers als strategische Weiterentwicklung
Um die Spielweise noch effizienter zu gestalten, nahm man in diesem Sommer rund 227 Millionen Euro in die Hand und kompensierte die Abgänge von Routiniers wie Trossard (Besiktas Istanbul), Martinelli (Al Hilal) und Jesus (FC Barcelona). Mit Christos Tzolis wurde für 40 Millionen ein Ex‑Düsseldorfer Flügelspieler geholt, der als sehr talentierter, technisch ausgezeichneter Vollstrecker gilt. Vom Ligakonkurrenten aus Newcastle kommt der Brasilianer Bruno Guimarães. Er soll mit seiner Führungsspieler‑Qualität das Mittelfeld dirigieren und dem Defensivspiel der Gunners noch mehr Stabilität verleihen. Um die schwere Rückenverletzung von Abwehrchef William Saliba auszugleichen, verpflichtete man zuletzt den englischen Nationalspieler Ezri Konsa von Aston Villa, der bei der WM glänzte. Gleichzeitig wurde die Kaufoption beim Ex‑Leverkusener Piero Hincapié gezogen.
Kaderqualität und Konkurrenz im Umbruch
Ein Kaderwert von 1,33 Milliarden Euro, taktische Disziplin und vielversprechende Ergänzungen sollen den FC Arsenal zum Back‑to‑Back‑Premier‑League‑Titel führen. Neben der unglaublichen Qualität des Kaders sprechen auch die Umbruchssituationen der Konkurrenz für einen Titelgewinn. So verlor der größte Rivale im Titelrennen, Manchester City, mit dem vielleicht besten Trainer aller Zeiten (Guardiola) und dem über Jahre prägenden Mittelfeldmeister Rodri die zwei Hauptdirigenten der Citizens. Auch die anderen Rivalen Liverpool und Manchester United sowie der London‑Rivale Chelsea stehen mitten in einem kaderlichen Umbruch, sodass objektiv betrachtet einem erneuten Titel für die Nord‑Londoner wenig im Weg steht. Unter anderem wird der ewige Stadtrivale Tottenham nach zwei desolaten Spielzeiten nicht als Gefährdung betrachtet.
Belastungsprobe für den erneuten Titelkampf
Es bleibt abzuwarten, ob Arsenal erneut mit der hohen Spielbelastung zurechtkommt und diese vergangene Abgezocktheit Woche für Woche auf den Platz bringt.
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