Kylian Mbappé steht bei Real Madrid erneut im Zentrum einer hitzigen Debatte. Während der französische Angreifer sportlich zuverlässig liefert, wächst hinter den Kulissen die Unzufriedenheit über sein Auftreten abseits des Platzes. Mehrere Berichte aus Frankreich und Spanien zeichnen das Bild eines Spielers, dessen Prioritäten und Außendarstellung zunehmend für Irritationen sorgen.
Ballon-d’Or-Fokus und fragwürdige Auftritte – Madrids Chefetage ist genervt
Auslöser der aktuellen Verstimmung ist Mbappés Verhalten seit seiner Knieverletzung, die er sich im Nations-League-Spiel gegen die Türkei zuzog. Laut L’Équipe hat sich bei Teilen der Vereinsführung der Eindruck verfestigt, dass der 27‑Jährige seine persönlichen Ambitionen über die Interessen des Klubs stellt. Besonders seine öffentliche Werbung für den Ballon d’Or stößt intern auf Kritik.
In einem Interview mit France Football erklärte Mbappé selbstbewusst: „Es ist ein gutes Jahr, um ihn zu gewinnen.“ Für einige Verantwortliche wirkte das wie eine unpassende Selbstinszenierung mitten in einer sportlich schwierigen Phase.
Eine interne Quelle aus dem Verein wird sogar mit deutlichen Worten zitiert: Mbappé habe „immer noch nicht verstanden“, wie Real Madrid funktioniere, und werde „sehr schlecht beraten“. Sein Verhalten schade „allen – ihm ebenso wie dem Verein“.
Clubbesuch in Paris und Radtour in der Schweiz
Während seiner Reha, die nach Absprache mit dem Verein nicht in Madrid stattfand, sorgte Mbappé mit mehreren Freizeitaktivitäten für zusätzlichen Ärger.
Zunächst tauchten Fotos eines nächtlichen Clubbesuchs in Paris auf – gemeinsam mit seiner Freundin Ester Expósito. Kurz darauf veröffentlichte Mbappé selbst Bilder einer Fahrradtour durch die Schweiz.
Brisant: Trainer José Mourinho hatte wenige Tage zuvor öffentlich vor genau solchen Aktivitäten gewarnt. Radfahren sei für Profis riskant, ein Sturz könne selbst leichte Verletzungen verschlimmern und Spieler aus dem Rhythmus bringen.
Spanische Medien reagierten entsprechend gereizt. Journalist Antonio Romero kritisierte bei Cadena SER, Mbappé verhalte sich, als könne er tun, was er wolle: „Das ist nicht der Mbappé FC, das ist Real Madrid.“
Schweizer Auszeit statt Nations League Besuch
Während Frankreich in der Nations League überzeugte, verbrachte Mbappé seine Pause in der Schweiz. Auf Instagram präsentierte er einen Mix aus Wellness, Spaziergängen, Kältekammer, Pool im Bürgenstock Resort – und natürlich die obligatorische Fahrradtour durch die Berglandschaft. Als Kapitän der französischen Nationalmannschaft erwarteten viele hingegen einen Besuch der restlichen Partien auf der Tribüne.
Zudem reagierten die Fans empört: Für viele wirkte die Auszeit wie ein unpassender Kontrast zur angespannten sportlichen Lage des Klubs.
Kalte Kabinenstimmung – ein Problem, das schon Vorgänger nicht lösen konnten
Die Unruhe um Mbappé ist offenbar nur ein Teil eines größeren Problems. Laut Reporter Antón Meana ist die Atmosphäre in der Kabine „immer noch genauso kalt wie vor fünf Monaten“.
Weder Xabi Alonso noch Álvaro Arbeloa – und nun auch nicht José Mourinho – konnten die Spannungen innerhalb der Mannschaft nachhaltig entschärfen.
Sportlich stark, tabellarisch schwach
Auf dem Platz liefert Mbappé weiterhin zuverlässig: Acht Pflichtspieltore, sieben davon in La Liga, unterstreichen seine Bedeutung für die Mannschaft. Trotzdem steckt Real Madrid im Tabellenmittelfeld fest und liegt bereits sechs Punkte hinter dem FC Barcelona.
Immerhin: Mbappé kehrte am Mittwoch ins Mannschaftstraining zurück, ein Einsatz gegen Villarreal scheint möglich. Die Bilder vom Trainingsplatz wirken harmonisch – doch die Frage bleibt, wie lange die Ruhe anhält, bevor die nächste Kontroverse um den Superstar aufflammt.
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