Nicolò Tresoldi verzückt Europa – Barcelona marschiert weiter
Der FC Barcelona setzt seine beeindruckende Serie fort, doch der Abend in der Champions League gehörte einem anderen: Nicolo Tresoldi. Während die Katalanen mit einem souveränen 4:1‑Erfolg bei Galatasaray ihren zehnten Sieg im zehnten Pflichtspiel einfuhren, schrieb der Angreifer von Club Brügge in Mailand Geschichte – und rückte damit erneut ins Zentrum eines internationalen Tauziehens.
Barcelona bleibt makellos – Adeyemi trifft erneut
Im Hexenkessel von Istanbul geriet Barça früh in Rückstand: Alexei Batrakow traf in der 28. Minute für Galatasaray, ein weiterer Treffer von Baris Yilmaz (34.) wurde nach VAR‑Überprüfung wegen Abseits aberkannt. Die Mannschaft von Hansi Flick zeigte anschließend ihre neue Reife. Joao Cancelo (43.), Fermin López (50.), Anthony Gordon (53.) und Karim Adeyemi (65.) drehten die Partie und sorgten dafür, dass der spanische Meister die Ligaphase der Königsklasse weiterhin anführt. Der perfekte Saisonstart bleibt bestehen.
Tresoldi schockt Inter – und bricht einen deutschen Rekord
Während Barcelona marschiert, explodierte im San Siro ein Spieler, der längst nicht mehr nur ein Talent ist: Nicolo Tresoldi. Der 22‑Jährige führte Club Brügge mit einem Dreierpack zu einem spektakulären 4:3‑Sieg beim italienischen Meister Inter.
Tresoldi traf zunächst per Foulelfmeter (30.), legte in der zweiten Halbzeit zwei weitere Treffer (63./74.) nach und entschied die Partie fast im Alleingang. Damit wurde er zum jüngsten Deutschen, der je einen Dreierpack in der Champions League erzielte. Inter hielt durch Lautaro Martínez (44./81.) dagegen, Romeo Vermant (87.) und Ange‑Yoan Bonny (90.+3) sorgten für den Endstand.
Die italienischen Medien reagierten begeistert. Die Gazzetta dello Sport schwärmte von einem Stürmer, der „wie ein Wanderfalke“ im Strafraum lauere – und dessen Gala ausgerechnet im Stadion des Rivalen seines Lieblingsklubs AC Mailand stattfand. Tresoldi, der als Kind Kaka, Inzaghi und Pato verehrte, traf nun mitten ins Herz von AC´s größtem Konkurrenten.
Zwischen DFB und Azzurri – Tresoldi hält die Tür offen
Sportlich liefert Tresoldi Woche für Woche, doch seine Zukunft bleibt ein internationales Thema. Der Angreifer ist für Deutschland, Italien und Argentinien spielberechtigt und hat zuletzt betont, bis zur U21‑EM 2027 weiter für den DFB aufzulaufen. Gespräche mit Jürgen Klopp und Roberto Mancini hat es bereits gegeben, eine endgültige Entscheidung aber nicht.
„Ich bin zufrieden mit meinem Weg in der deutschen Nationalmannschaft“, sagte Tresoldi nach dem Inter‑Spiel – und schob gleichzeitig nach, dass es „viele Stürmer gebe, die besser seien als er“. In der deutschen U21 spricht die Statistik eine andere Sprache: 16 Tore in 27 Spielen, dazu das klare Ziel, im Sommer den EM‑Titel zu holen – wie einst sein Vater mit Italien.
Die finale Entscheidung will er nach der Europameisterschaft in Serbien und Albanien fällen: „Mein Herz ist 50:50. Beide Länder bedeuten mir sehr viel“, so der 22‑Jährige.
Geboren in Italien, aufgewachsen in Deutschland
Tresoldis Geschichte ist ungewöhnlich. Geboren auf Sardinien, zog er mit seiner Familie wegen des Berufs seiner Mutter quer durch Europa. Wie Vater Emanuele erzählt, sah es eine Zeit lang nach Liverpool aus, am Ende wurde es Hannover – der Startpunkt seiner DFB‑Laufbahn.
Seit seinem Wechsel nach Brügge 2025 hat Tresoldi seinen Marktwert vervielfacht auf nun 35 Millionen und ist zum Hoffnungsträger gleich mehrerer Verbände geworden.
Arsenal und Atlético rücksichtslos
Auch die Konkurrenz aus England und Spanien präsentierte sich stabil. Arsenal blieb gegen OSC Lille geduldig, bevor eine kurze Druckphase nach der Pause das Spiel entschied: Jurrien Timber (64.), Eberechi Eze (67.) und Bukayo Saka (71.) sorgten innerhalb weniger Minuten für klare Verhältnisse – Sakas Treffer vorbereitet von Kai Havertz, der bis zur 65. Minute auf der Bank gesessen hatte.
Atlético Madrid wiederum legte gegen Manchester United einen Blitzstart hin. Pablo Barrios traf nach nur 50 Sekunden, später erhöhte Ademola Lookman (79.) und brachte die Madrilenen ihrem großen Traum ein Stück näher: dem Champions‑League‑Finale im eigenen Metropolitano‑Stadion im Juni 2027.
Ergebnisse von gestern
Lens – Sporting CP 0:2
Sabah – Slavia Prag 2:0
Arsenal – Lille 3:0
RB Leipzig – PSV 1:0
Inter – Club Brügge 3:4
Atlético – Manchester United 2:0
Villarreal – Neapel 3:1
Galatasaray – Barcelona 1:4
Viking Stavanger – Bayern 3:3
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