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Taktikanalyse Bayer 04 Leverkusen gegen SC Freiburg in der BayArena.
Quelle: 3DVISU auf Unsplash

Freiburg

Personelle Änderungen

Im Gegensatz zur Europa League wird einmal heftig durchrotiert. Einzig Ginter, Eggestein und Backhaus bleiben in der Startelf. Besonders interessant ist dabei der erste Startelfeinsatz von Keisuke Goto. Durch den Japaner, der gegen Schalke 04 sein erstes Bundesligator erzielte, stehen somit zwei nominelle Stürmer in der Startelf.

Intensiver Beginn

Julian Schusters Elf nutzt die ersten Minuten, um die frische Energie der rotierten Elf auszunutzen. Sie spielen gegen den Ball ein 4-4-2 mit intensivem Anlaufen der beiden physisch starken Stürmer. Ein mutiger Beginn, der Leverkusens Aufbau stört und so die Offensive neutralisiert.

Die verdiente Führung

So belohnen sich die Freiburger in der 14. Minute für einen engagierten Beginn. Die Freiburger, die ebenfalls hoch angelaufen werden, spielen es hinten kurz raus über Backhaus, der Eggestein in der Mitte sieht, der entgegenkommt und so Equi Fernandez entwischt. Er hat die Zeit, zu Matanovic zu spielen, der Tapsoba mit rauszieht. Mit etwas Glück kommt der Ball zu Treu. Tapsoba und Gutierrez sind sich nicht einig, wer Treu presst, und beide gehen den Schritt nach vorne. Es entsteht ein Raum in der Tiefe, den Treu sofort bespielt. Beste wird geschickt und anstatt dass Treu abschaltet, kommt er mit und vorderläuft Beste. Er hat dabei enorme Tempovorteile gegen Garcia, der nicht mehr hinter ihm herkommt, und Tapsoba, der mehr mit Beste beschäftigt ist. Treu bekommt den Ball, zieht Medina auf sich, der für Goto zuständig war. Quansah rückt zu Goto, und so hat Scherhant am langen Pfosten Freiraum. Genau zu Scherhant kommt der Ball, und es steht 1:0.

Die Angst vor dem langen Ball

Das 1:1 fällt dann ein paar Minuten später durch einen langen Ball. Seitdem schleicht sich eine gewisse Angstin das Freiburger Spiel. Das Pressing wird weniger intensiv und weniger effektiv. Die Leverkusener bekommen oft Zeit, und wenn nicht, dann haben sie die nötige Qualität, sich rauszuspielen. Die Konsequenz ist ein dominanteres Auftreten der Leverkusener.

Der fehlende Zehner

Nicht nur der Mut im Pressing ist das Problem. Der anfänglich versuchte Doppelsturm wird schnell aufgelöst, da Engelhardt und Eggestein immer wieder gestört werden und der Ball nicht zu den Stürmern gelangen kann. Schuster bemerkt dies und schickt Matanovic auf die 10. Doch Schuster macht bei dieser taktischen Umstellung einen zentralen Fehler. Er lässt Eggestein und Engelhardt nicht mehr als Doppel-Sechs agieren. Engelhardt rückt stattdessen immer wieder links raus, und Makengo schiebt in den linken Halbraum. So bleibt es für die Leverkusener ein Leichtes, die Zentrale zu schließen und das Mittelfeld für sich zu gewinnen. Einzig und allein in der 93. Minute funktioniert das Konzept, und Engelhardt kann einen langen Vertikalball zu Ginter spielen, der auf Höler flankt, doch dieser vergibt dann.

Leverkusen

Personelle Änderungen

Leverkusen rotiert im Gegensatz zur Europa League fünf Mal. Dabei wird die rechte Seite neu bestückt mit Diaby und Quansah, und Morreira rückt nach links für Tillman. Maza kann wieder ins Zentrum. Einzige Spitze bildet Patrik Schick.

Die stabile Viererkette

Bayer 04 Leverkusen agiert zum Großteil der Partie mit einer Viererkette, in der immer wieder Verteidiger nach vorne verteidigen. Sofort wird dann die Lücke geschlossen, und eine Art Dreierkette bildet sich temporär. Dies funktioniert über weite Strecken der Partie wunderbar. Nur beim Gegentor passiert ein entscheidender Fehler im Pressingverhalten. Zwei Spieler aus der Viererkette, Tapsoba und Gutierrez, rücken raus und bilden eine Lücke, die durch die verbleibenden Medina und Quansah nicht gestoppt werden kann. So entsteht zu viel Raum. Da diese Abstimmungsfehler beim Nach-vorne-Verteidigen nicht noch einmal passieren, bleibt Leverkusen über den Rest des Spiels sehr stabil.

Ein variables 3-4-3

Mit dem Ball wird ein 3-4-3 gespielt. Dabei werden die Positionen auf dem gesamten Spielfeld rotiert. Gerade in der Dreierkette bilden sich viele Variationen, meist mit Aleix Garcia, der sich den Ball ganz hinten abholt. Beim 1:1 positioniert sich Garcia zentral und leitet dann auf den linken Innenverteidiger Medina weiter, der dann unter Druck den langen Ball schlagen kann.

So fällt das 1:1

Dieser lange Ball kann jedoch nur entstehen, da Schick eine gute Gegenbewegung nach hinten durchführt und den Raum schafft, den er selbst beläuft. Der Ball kommt zwischen Maza und Ginter. Maza ist griffigerund geht zum Ball, während Ginter aus Angst vor der Raumeröffnung passiv bleibt. Maza sieht den mitlaufenden Diaby, der seine enormen Tempovorteile gegen Makengo ausnutzt. Ginter sieht, dass Makengo nicht hinterherkommt, also rennt er zum ballführenden Diaby. Maza ist somit allein und positioniert sich in eine zentrale Schussposition. Schick orientiert sich Richtung Ball und zieht somit Lienhart mit und öffnet die Zentrale für Maza. Diaby sieht Schick, spielt ihn an, der lässt durch, und Maza vollstreckt mit dem Außenrist.

Die starke rechte Seite

Ibrahim Maza und Moussa Diaby tauschen oft die Positionen. Gegen den Ball orientiert sich Diaby nach außen und Maza zentral. Im kontrollierten Spielaufbau sieht es eher andersrum aus. So entsteht in der 59. Minute eine gute Chance, denn Maza orientiert sich wieder rechts. So wird Lienhart aus dem Zentrum gezogen. Diaby sprintet in den Raum, und Makengo kommt mal wieder nicht hinterher. Über Umwege gelangt der Ball zu Schick, doch in der Szene trifft der Tscheche nicht.

Die Klasse eines Ibrahim Maza

Rund 16 Minuten später ist das Muster wieder gleich. Maza orientiert sich rechts und Diaby eher zentral. Doch dieses Mal rückt Diaby aus dem Zentrum und nimmt Makengo mit. Maza bespielt ungefähr denselben Raum wie Diaby bei der Chance zuvor, doch diesmal reagiert Engelhardt und kann Maza noch entscheidend stören. Lienhart und Ginter bleiben zentral. Ginter klärt ihn zur Seite, wo Maza sich in einem Luftduell behauptet und dann tanzt er mit eleganter Ballführung Beste und Engelhardt aus und kann den Ball zum einlaufenden Schick spielen. Schick löst sich im Zentrum von Ginter, der den Lauf nicht mitgeht. Lienhart sieht ihn nicht im Rücken kommen, und Scherhant, der beim Abschluss am nächsten zu Schick steht, fehlt die defensive Expertise, um entscheidend zu stören.

Man of the Match: Ibrahim Maza

Eine Erfüllung seiner taktischen Aufgabe, ein guter Außenrist-Abschluss und eine brillante Aktion, bei der jedem Fußballfan das Herz aufgeht, machen ihn zum Man of the Match. Bei rund der Hälfte des xG-Werts ist der Algerier beteiligt und war somit das Herzstück der Offensive in der Partie.

Fazit

Die Freiburger begannen mutig und belohnten sich. Sie waren aggressiv in den Zweikämpfen und stressten die Leverkusener. Das aus dem Nichts kommende 1:1 schockte die Freiburger, und es entstand ein gewisser Respekt. Dieser konnte nicht mehr aufgebrochen werden. Leverkusen nutzte diesen Respekt aus und fing an, das Spiel zu kontrollieren. Dank einer Klasse-Einzelaktion und der starken Symbiose von Diaby, Schick und Maza geht die Werkself als Sieger vom Platz.

 

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