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Alt-Text für Yoast SEO: FC Bayern München Allianz Arena bei Nacht mit rot beleuchteter Stadionfassade und Lichtspuren auf der Autobahn – Deep Dive zum Klassiker.
Quelle: jplenio

FC Bayern München

Personelle Veränderungen:

Im Gegensatz zum DFB-Pokal-Spiel rückt selbstverständlich Harry Kane wieder für Lennart Karl in die Startelf. Ismael Saibari rückt dafür eine Position nach hinten auf die Zehn. Die gewohnte Stammelf mit Kimmich und Pavlovic kehrt zurück. Dafür rückt Laimer für Stanisic wieder nach rechts. Generell ist die gesamte Viererkette personell ausgetauscht.

Der Athlet Davies:

Die Bayern bemerken schnell, dass sie auf einen kompakten Gegner treffen. Die Schnittstellenpässe, wie gegen Freiburg oder Magdeburg, finden heute ihren Mann nicht, da die Räume zugestellt sind und der BVB diszipliniert steht. Es müssen also andere Ideen her. Eine davon ist es, Alphonso Davies sehr stark in das Offensivspiel zu integrieren. Davies soll die Kette mit seiner Athletik und Schnelligkeit anlaufen, um mehrere Gegner auf sich zu ziehen. Wenn ein Spieler auf dich zuläuft, der schon einmal 36,70 km/h gelaufen ist, besteht automatisch die Gefahr, überfordert zu sein. So wird Davies nicht im Eins-gegen-eins verteidigt. In der 10. Minute zieht Davies gleich vier Spieler auf sich und spielt den Ball zum freistehenden Olise rüber. Dieser trifft allerdings nur den Pfosten.

Es müssen andere Ideen her

Niko Kovac bemerkt das und stellt Beier auf Davies um. Beier kann mit der Athletik von Davies mithalten und nimmt ihn so vorübergehend aus dem Spiel. Die nächste Idee der Bayern ist eine typische für den Rekordmeister: Pavlovic rückt im Dreieraufbau auf die linke Innenverteidigerposition. So kann Pavlovic entweder Diagonalbälle spielen oder im Zusammenspiel mit Gnabry und Davies ein Dreieck bilden. Ein weiterer Aspekt, der dadurch berücksichtigt wird, ist das Öffnen der Mitte. In der 24. Minute läuft Dortmund hoch an. Urbig sieht die freie Mitte. Laimer rückt in diesen Raum und kann sich frei aufdrehen. Nach einem Zusammenspiel mit Olise wird Saibari geschickt, scheitert aber im Eins-gegen-eins an Kobel. Dieser Raum konnte nur durch das Abrücken von Pavlovic nach links entstehen.

Verletzungen bremsen aus, doch der Trumpf ist ein Österreicher

In der ersten Halbzeit kommt es für die Bayern zu bitteren Verletzungen. Saibari und Gnabry müssen verletzt vom Platz. Nathaniel Brown und Josip Stanisic ersetzen sie. Davies rückt dadurch nach linksaußen und Stanisic in die Defensive. Die Bayern müssen sich nach dem Schock erst einmal finden und die Partie bekommt eine gewisse Fahrigkeit, bis Kim Minjae und Upamecano dafür sorgen, dass Bellingham das vermeintliche 1:0 erzielt. Zum Glück für die Bayern stand Chukwuemeka im Abseits, während er Jonas Urbig behinderte. Dieser Abseitstreffer ließ vor allem eine Person aufwachen: Konrad Laimer wurde danach richtig aktiv. Ein paar Minuten später zeigt Laimer seine Pressingqualitäten und erahnt bereits im Voraus einen Pass von Nmecha zu Svensson. Zu seinem Glück kommt der Pass nicht gut an und Svensson rutscht aus. Durch das Nach-vorne-Verteidigen des Österreichers kommt Laimer jedoch an den Ball und kann zum 1:0 verwerten. In der zweiten Halbzeit ist es weiterhin Laimer, der am auffälligsten ist. Er schaltet sich offensiv immer mehr ein und rückt in den Halbraum ein, so wie es Davies vor der Verletzung von Gnabry gemacht hatte. Die Defensive von Dortmund hat damit immer wieder ihre Probleme. Laimer kommt noch zu guten Abschlüssen und holt den Eckball heraus, der zum Elfmeter führt.

Die vielen Verletzungen werden zum Problem:

Die Bayern sind zwar durch die geschilderten Vorgänge spielerisch dominant, doch machen sich die Verletzungen in der Offensive bemerkbar. Durch die Hereinnahme von Stanisic wird die linke Seite immer ungefährlicher, da Stanisic nicht den offensiven Output liefern kann wie Davies. Irgendwann schaltet sich Pavlovic öfter über links ein und versucht, die Lücke zu schließen. Der einzig nennenswerte Angriff über links in der zweiten Halbzeit entsteht beim Pfostentreffer von Kane. Zudem werden die Beine schwerer und das Pressing gegen den Ball immer ungefährlicher. Der entscheidendste Punkt sind jedoch die Reaktionen von Kovac auf das Spielgeschehen.

Borussia Dortmund

Personelle Veränderungen:

Kovac wechselt im Vergleich zum DFB-Pokal-Spiel nur einmal und bringt Svensson anstelle von Ryerson. Dieser geht nach links und Beier dafür nach rechts.

Kovacs gutes In-Game-Coaching:

Ein ausschlaggebender Faktor sind die Reaktionen von Kovac auf die Aktionen der Bayern. Der Punkt mit Alphonso Davies und Maximilian Beier wurde bereits erwähnt, doch auch das Problem der Anfangsminuten in der zweiten Halbzeit mit dem einrückenden Konrad Laimer bewältigt er. Er lässt Laimer von Svensson nahezu manndecken und Schlotterbeck kümmert sich dafür um Michael Olise. So bekommen sie die Situation vorübergehend beruhigt und belohnen sich auch mit einem Tor. Das 1:1 fällt dadurch, dass Laimer im Zentrum von Svensson unter Druck gesetzt wird und den Ball zunächst nur zu Kane spielen kann. Dieser spielt einen Ball auf Olise, den Schlotterbeck jedoch erobert. So kann er den Konter starten. Zudem schlagen die Dortmunder Profit aus der positionsfernen Position Laimers, da Schlotterbeck dadurch Upamecano mit seinem Lauf nach außen zwingen kann und Chukwuemeka so mehr Platz bekommt.

Der Kniff mit Gadou:

In den meisten Spielen ist man von den Borussen unter Kovac eine Fünferkette gegen den Ball gewohnt, doch im Klassiker kam es anders. Gadou fungierte als rechter Verteidiger. Viele erwarteten wieder eine Fünferkette, doch so konnte sich Gadou auf Davies fokussieren, der die Physis und Athletik hat, um ihn in Schach zu halten. Gerade das Tempo des jungen Franzosen ist beeindruckend. Er lief in seinem Höchstwert 36,55 km/h und ist somit fast so schnell wie der Kanadier. Zudem hat er noch den Vorteil eines bulligen Körpers. Das entbindet auch Beier und den später eingewechselten Karetsas von sehr schweren Defensivaufgaben. Kovac konnte sich durch diese Aufstellung auch genügend Variabilität verschaffen, sodass in Einzelfällen auch noch die Dreierkette gebildet werden konnte. So wurde die offensive Variabilität mit einer defensiven Variabilität gekontert.

Probleme mit Eckbällen:

Gerade in der zweiten Halbzeit kam es immer wieder zu gefährlichen Aktionen der Bayern durch Eckbälle auf den langen Pfosten. Harry Kane war dort postiert und sorgte für ordentlich Trubel. Erst wird so der Handelfmeter provoziert und anschließend fällt auf diese Weise auch das 2:1. Hier wurde zu spät auf die Eckballvarianten reagiert. Es waren vermeidbare Gefahren, die man durch ein paar andere Zuordnungen hätte verhindern können.

Die richtigen Wechsel und der letzte Wille:

Ein exemplarisches Beispiel für einen guten Wechsel und großen Willen ist Fabio Silva. Der Portugiese kommt in der 76. Minute rein und gibt alles. Er läuft viel an und bietet sich für Abschlüsse an. Es scheint, als wolle er den Sieg erzwingen. Allein in diesen wenigen Minuten läuft er als Stürmer 2,37 km. Er erzwingt den Ausgleich in einer Co-Produktion mit einem weiteren Eingewechselten, nämlich Karetsas. Den letzten Willen bringt Serhou Guirassy mit, indem er nach dem Ausgleich aktiv mitverteidigt und dem überforderten Inacio in der Rückwärtsbewegung auf der linken Seite aushilft.

Man of the Match: Konrad Laimer

Auch wenn es für die Bayern nur zu einem Unentschieden gereicht hat, war er der Beste auf dem Feld. Er setzte gemeinsam mit Davies die meisten Sprints und initiierte viele Angriffe. Sein Tor ist das Abbild einer gewohnt engagierten Leistung mit vielen guten Balleroberungen und Offensivaktionen.

Fazit:

Der Klassiker hatte taktisch vieles zu bieten. Die Bayern waren die agierende Mannschaft, doch Niko Kovac und sein Team zeigten gute Reaktionen und den Willen, hier einen Punkt mitzunehmen. Gerade die taktischen Veränderungen von Kovac wirkten zumeist und stellten die Heimmannschaft vor Herausforderungen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Bayern ohne die Verletzungen und mit mehr Spielglück hier auch klar hätten gewinnen können.

 

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