Neuer‑Patzer, VAR‑Chaos und verpasste Tabellenführung: Bayern stolpert in Augsburg
Der FC Bayern München hat im bayerisch‑schwäbischen Derby beim FC Augsburg einen Abend erlebt, der in Erinnerung bleiben wird – allerdings aus den falschen Gründen. Ein historischer Fehlgriff von Manuel Neuer, vier aberkannte Bayern‑Tore und ein wildes Hin und Her sorgten dafür, dass der Rekordmeister beim 2:2 (0:1) wichtige Punkte liegen ließ und den Sprung an die Tabellenspitze verpasste.
Das schnellste Gegentor der Bundesliga‑Geschichte
Kaum war der Ball freigegeben, lag Bayern schon hinten. Manuel Neuer versuchte nach dem Anstoß, den heranstürmenden Robin Fellhauer mit einem Chipball zu überspielen – und verschätzte sich komplett. Der Ball prallte an Fellhauers Rücken, der FCA‑Angreifer hatte freie Bahn und traf nach offiziell 8,4 Sekunden. Schneller hat in 63 Jahren Bundesliga niemand getroffen. Neuer hob sofort entschuldigend die Arme, während die Arena in Augsburg explodierte.
Bayern überlegen
Die Münchner reagierten mit wütenden Angriffen. Harry Kane, Michael Olise, Luis Diaz, Ismael Saibari und Alphonso Davies kamen zu Chancen, scheiterten aber an der FCA‑Defensive oder an der eigenen Ungenauigkeit. Augsburg blieb bei Kontern gefährlich und hätte durch Juma Bah sogar auf 2:0 erhöhen können.
Zur Pause stand ein 0:1, das Bayerns Überlegenheit nicht widerspiegelte – aber die eigene Fehlerkette schon.
VAR‑Drama nach der Pause
Kurz nach Wiederbeginn schien Bayern den Ausgleich erzielt zu haben: Luis Diaz traf per Seitfallzieher, Finn Dahmen sah dabei nicht gut aus. Doch der VAR kassierte den Treffer – wegen einer Abseitsstellung von Josip Stanisic beim vorausgegangenen Freistoß.
Brisant: Sky‑Experte Patrick Ittrich sah die Entscheidung kritisch. Für ihn war die Szene nach dem unbedrängten Herausschlagen des Balls bereits eine „neue Spielsituation“, weshalb der Treffer hätte zählen müssen. Es blieb nicht der einzige strittige Eingriff: Insgesamt wurden den Bayern vier Tore wegen Abseits aberkannt.
Ausgleich und Augsburger Gegenschlag
Wenig später gelang Saibari (55.) nach Kane‑Vorlage der reguläre Ausgleich. Doch die Függerstädter schlug zurück: Nach einem Konter konnte Neuer einen Schuss von Calvin Brackelmann nur seitlich abwehren, Rodrigo Ribeiro staubte zum 2:1 (64.) ab.
Das Spiel wurde immer wilder, Chancen entstanden im Minutentakt. München drückte, Augsburg konterte – und der VAR blieb Dauerthema.
Brown rettet Bayern – Gnabry scheitert am Pfosten
Erst in der 80. Minute gelang Nathaniel Brown nach erneutem Kane‑Assist das 2:2. Serge Gnabry traf kurz darauf nur den Pfosten, weitere Bayern‑Treffer wurden wegen Abseits zurückgenommen. Augsburg verteidigte leidenschaftlich und rettete das Remis über die Zeit.
FCB verpasst die Spitze
Nach Dortmunds Patzer am Vortag (2:2 gegen Bremen) war die Chance auf Platz eins greifbar. Doch die Münchner stolperten über eigene Fehler, fehlende Effizienz und eine Reihe VAR‑Entscheidungen, die das Spiel prägten. Sportvorstand Max Eberl sprach von „einer Reihe von Fehlern“, in die „der Manu mit drin hängt, aber andere auch“.
Schon am Dienstag bietet die Champions League bei Viking Stavanger die Gelegenheit zur Wiedergutmachung – der Auftakt in einen intensiven Herbst, der für Bayern mit diesem Derby‑Chaos begonnen hat.
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