Oliver Baumann – der Vernachlässigte
Kader Revolution
Jürgen Klopp hat in der Pressekonferenz am Donnerstagvormittag für seine erste Länderspielphase einen ungewöhnlich großen Kader berufen: 44 Spieler, verteilt auf vier Nations‑League‑Partien. Unter den vielen Neulingen und Rückkehrern fehlt ein Name, der über Jahre zur verlässlichen DFB‑Konstante geworden war: Oliver Baumann.
Der 36‑Jährige wusste bereits eine Woche vor der Veröffentlichung Bescheid. Nach Hoffenheims 0:2 in Kreta sprach er ruhig über die Entscheidung, die „ihm nicht gefällt“, die er aber akzeptiert. Klopp setze „einen anderen Weg“ um – einen, der klar auf jüngere Torhüter wie Alexander Nübel (29), Finn Dahmen (28), Noah Atubolu (24) und Jonas Urbig (23) ausgerichtet ist.
Der Sommer, der tiefer traf
So gefasst Baumann nun wirkt, so deutlich beschreibt er den Schmerz der vergangenen Monate. Unter Julian Nagelsmann war er lange die Nummer eins, bestritt 13 Länderspiele, davon acht allein im Jahr 2025, und zeigte in der WM‑Generalprobe gegen die USA eine starke Leistung.
Doch kurz vor der WM wurde er überraschend degradiert: Nagelsmann holte Manuel Neuer nach zwei Jahren Pause zurück und machte ihn sofort zur Nummer eins. Baumann spricht heute von einem Vorgang, der „unfassbar“ gewesen sei – und deutet an, dass die Kommunikation „nicht nur aus einer Richtung“ schwierig war.
Im Vergleich dazu sei Klopps Nichtnominierung „nicht so schlimm“. Der eigentliche Bruch liegt im Sommer.
Starke Leistungen ohne Wirkung
Baumann bleibt sportlich ein verlässlicher Faktor. In der Bundesliga überzeugte er mehrfach, auch beim 2:1 gegen Stuttgart oder zuletzt trotz der Niederlage auf Kreta. Seine Form ist unbestritten, seine Fitness ebenso: „Ich fühle mich topfit, egal wie alt ich bin.“
Doch die DFB‑Planung hat sich verschoben. Klopps breiter Kader und die klare Ausrichtung auf die Zukunft lassen Baumann außen vor – trotz seiner Erfahrung und trotz der Leistungen, die ihn unter Nagelsmann zur verlässlichen Nummer eins gemacht hatten.
Ein Kapitel, das offen bleibt
Ganz schließen will Baumann die Nationalmannschaft nicht. Wenn Klopp ihn brauche, sei er bereit. Doch realistisch betrachtet rückt das nächste große Turnier, die EM 2028, in weite Ferne.
Dennoch verfolgt er die Entwicklung des Teams weiter – auch die neue Lehrgangsstruktur, die Klopp mit seinem XXL‑Kader einführt. Für Baumann bleibt es ein Blick von außen, aber einer ohne Verbitterung.
Alle Newzz findest du Hier
Was meinst du?
Diskutiere mit!👇