- 26. Oktober 2026
- Leon O.
FUFACzz: Herr Büch, Sie erzielten am Freitagabend, nur zwei Tage vor Ihrem 31. Geburtstag, den Siegtreffer beim 1:0-Erfolg gegen Preussen Berlin.
Gibt es einen besseren Zeitpunkt für das erste Saisontor? Welche Gedanken und Emotionen gingen Ihnen in diesem Moment durch den Kopf?
Gordon Büch (31): „Grundsätzlich hab ich noch das ein oder andere Spiel in dieser Spielzeit im Kopf, bei dem ich auch gerne schon das erste Saisontor erzielt hätte – aber ich glaube in diesem Rahmen und nehme ich das gerne mit.
Ehrlicherweise war das ein Cocktail aus Emotionen, aber überwogen hat dann doch die Freude oder Erleichterung über den Führungstreffer in einem nicht einfachen Spiel, vor allem im Hinblick auf das Spiel in der Woche zuvor.“
Nach der deutlichen 0:6-Niederlage bei Tasmania Berlin gelang dem SV Babelsberg 03 gegen den BFC Preussen der erste Heimsieg der laufenden Saison.
Wie ist es der Mannschaft gelungen, diese herbe Enttäuschung innerhalb weniger Tage abzuschütteln und mit einer solch kämpferischen Leistung zurückzuschlagen?
„Wir haben uns zusammengesetzt, das Spiel gegen Tasmania auf allen Ebenen genau ausgewertet und hatten eine gefühlt sehr lange Woche, um vieles besser zu machen. Aber jedem war klar, dass wir als erstes versuchen müssen, zu null zu spielen und dann werden wir unsere Möglichkeiten bekommen. Auch, wenn es in diesem Spiel nicht unzählige Möglichkeiten waren, nehmen wir das Ergebnis so gerne mit.“
Die Regionalliga gilt als besonders intensive und umkämpfte Spielklasse. Mit weit über 200 Einsätzen verfügen Sie über reichlich Erfahrung auf diesem Niveau.
Wie erleben Sie die körperlichen und mentalen Anforderungen der Regionalliga? Gehören für Sie neben dem Mannschaftstraining auch individuelle Einheiten zur physischen und mentalen Vorbereitung?
„Die Liga entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter und wird vor allem qualitativ immer besser. Man darf nicht überrascht sein, dass man jedes Spiel verlieren kann, wenn man denkt, dass man das Ganze locker angehen kann. Ich würde sagen, dass die Liga in diesem Jahr in der Breite die beste Regionalliga Nordost ist, in der ich bisher gespielt habe. Wir haben neben dem „normalen“ Mannschaftstraining natürlich noch unser Krafttraining.
Das deckt aber nahezu alles ab, sodass individuelle Maßnahmen im physischen Bereich nicht die Regel sind. Das betrifft dann eher das Thema Regeneration, wodurch ich versuche, für mich noch ein paar Prozent herauszuholen. Auf mentaler Ebene geben mir meine Frau, meine Familie und mein persönliches Umfeld die meiste Energie. Daraus schöpfe ich wirklich sehr viel.“
Vor Ihrer Zeit in der Regionalliga Nordost zog es Sie vom FC Ingolstadt in die erste luxemburgische Liga. Mit dem RFCU Luxemburg konnten Sie dort sogar den Pokal gewinnen.
Wie kam der Wechsel zustande und auf welche Erfahrungen aus dieser Zeit blicken Sie besonders gerne zurück?
„Der Trainer in Ingolstadt, der mir damals mein Debüt in der dritten Liga ermöglichte, war der Luxemburger Jeff Saibene. Nachdem er kurz nach Beginn der Pandemie leider entlassen wurde, trennten sich die Wege.
Einen Sommer später und mit Auslaufen meines Vertrags in Ingolstadt rief er mich an und fragte mich, ob ich mir mal was anderes vorstellen könnte und so kam der Wechsel zustande. Ihr habt es ja schon angesprochen, der Pokalsieg auf nationaler Ebene, auch wenn Luxemburg deutlich kleiner ist, als Deutschland, war schon toll! Aber auch die internationalen Reisen oder das Leben und die Kultur direkt in Luxemburg waren eine tolle Erfahrung.“
Ihr Vertrag in Babelsberg läuft im kommenden Sommer aus.
Können Sie sich vorstellen, über die laufende Saison hinaus in Babelsberg zu bleiben? Welche sportlichen Ziele verfolgen Sie persönlich und gemeinsam mit dem Verein?
„Absolut – ich mache da gar kein Geheimnis draus, dass ich mich in Babelsberg sehr wohl fühle und mehr als vorstellen kann, hier noch länger zu bleiben, sofern das gewollt ist.
Wenn dem so sein sollte, dann bleibe ich bei meiner Aussage von vor zwei Jahren: Ich möchte Teil einer Entwicklung sein und dazu beitragen, dass wir so weit vorne mitspielen, wie möglich. Wenn wir das schaffen, dann ist erreicht sowohl der Verein, als auch ich meine persönliche Ziele!“✦
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