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**Alt-Text:** Rhein-Derby Köln gegen Borussia Mönchengladbach im RheinEnergieSTADION – 1. FC Köln, Gladbach, Bundesliga, Fußball-Taktikanalyse, Spielanalyse, taktische Analyse, Derbyanalyse, Spielsysteme, Pressing, Gegenpressing, Offensivspiel, Defensivverhalten und 2:1-Derbysieg des 1. FC Köln.
Quelle: billmann

Diese neue Formatreihe wird sich pro Spieltag der Bundesliga um ein Spiel drehen. Dieses Spiel wird genauer unter die Lupe genommen und beide Teams werden analysiert.

Am Sonntag des 5. Spieltages kam es zum Rhein-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Die Gastgeber konnten ihren zweiten Saisonsieg einfahren und die Gladbacher mit 2:1 besiegen. Doch wie kam es dazu?

Borussia Mönchengladbach

Blessins System und personelle Ausgangslage

Gladbach: Die Fohlenelf bestritt ihr erstes Spiel unter Trainer Alexander Blessin. Dabei setzte er, wie schon bei St. Pauli, auf ein 3-4-2-1. Geschwächt durch die Ausfälle von Kleindienst, Kühn, Leopold, Itakura und Honorat starteten viele Spieler, die zuvor unter Polanski nicht zur Stammelf gehörten oder ebenfalls noch mit Verletzungen gekämpft hatten. Darunter war ein Florian Neuhaus, der auch in den ersten Minuten gut antrieb und Offensivakzente setzen konnte.

Pressingverhalten und Probleme im Aufbau

Bei Gladbach kam es zu Beginn des Spiels teils zu Versuchen, zu dritt hoch anzulaufen. Bolin, Hack und Lidberg sollten den Aufbau stören, wenn sich eine Gelegenheit fand. Im Generellen setzte Blessin jedoch auf den tiefen Block im 5-2-3 gegen den Ball. Im Aufbau setzte Gladbach auf einen kontrollierten Aufbau der Innenverteidigung, der jedoch des Öfteren misslang. Das lag daran, dass die Dreierkette, sobald sie gestört wurde, vom Mittelfeld isoliert wurde und vier Spieler auf der letzten Angriffslinie agierten, die sich aber zu statisch bewegten und sich keine Bälle abholten.

Offensivaktionen über die rechte Seite

Wenn sie offensiv zu Chancen gekommen sind, dann in der ersten Halbzeit über die rechte Seite. Ein sehr bemühter Scally lief die Linie hoch und rückte oft mit in den Strafraum ein. So auch beim 1:1, bei dem Robin Hack den Ball auf die rechte Seite zu Hashioka weiterleitete. Der nahm Sander mit, der die Position des eingerückten Scally übernahm. Dabei kam es zum Abschluss, den Schwäbe parierte. Köln bekam die Situation nicht ganz geklärt, und das frühe Gegenpressing der aufgerückten Fohlen brachte Hashioka in eine Flankenposition. Die Flanke segelte erst einmal über alle hinweg, aber Lukas Ullrich brachte die nächste Flanke, die unglücklich von Simpson-Pusey abgefälscht wurde, sodass der eingerückte Scally den Ball ins freie Tor köpfen konnte.

Fehlende Variabilität und Probleme nach dem Rückstand

In der Situation war den Gladbachern eine gute Positionsvariabilität gelungen, die sonst im Spiel zu wenig stattgefunden hatte. Der Platz, den Scally öffnete, wurde kaum bespielt, und so gelang nicht viel. Dieses Spiel wollte Blessin in der zweiten Halbzeit fortführen, doch durch diese offensive Ausrichtung wurde für Köln in der zweiten Halbzeit die linke Seite besser bespielbar. Nach dem 2:1 kamen meist nur noch wirkungslose Flanken in den Strafraum oder Bälle, die gefährlich in den Rückraum kamen. Bolin kam nach einer Flanke so in der 83. Minute zum Abschluss und ein paar Minuten später auch Zento Uno.

 

Analyse 1. FC Köln

Personelle Änderungen und Grundidee gegen den Ball

Köln: Die Elf von René Wagner musste im Vergleich zum letzten Spiel zweimal verletzungsbedingt wechseln und einmal wurde rotiert. Bülter kam für Dallinga, der sich eine Kreuzbandverletzung zugezogen hatte. Sebulonsen ersetzte den an Muskelproblemen leidenden Castro-Montes und Sosa kam für Mensah rein. Kölns Spielidee war eine enge Rautenformation gegen den Ball. So sollte das Zentrum verengt und Gladbach auf die Außen gezwungen werden, wo Sebulonsen und Sosa die Duelle durch ihre Physis gewinnen sollten.

Duelle auf den Außenbahnen und Luftzweikämpfe

Auf der rechten Seite klappte das sehr gut mit Sebulonsen, der Lukas Ullrich physisch sehr überlegen war. Auf der linken Seite machte es Sosa grundsätzlich auch gut, jedoch wurde er vor allem in der ersten Halbzeit oft in 2-gegen-1-Situationen isoliert. Gladbachs Mittel, lange Bälle zu schlagen, wurde auch gut überwunden. Simpson-Pusey gewann unter anderem 100 Prozent seiner Luftzweikämpfe. Lidberg wurde somit aus dem Spiel genommen.

Offensivstruktur und asymmetrische Ausrichtung

Offensiv setzte René Wagner auf ein formelles 3-4-3, welches aber auch sehr variabel gespielt wurde. Die Kölner setzten auf ein asymmetrisches Spiel. Auf der rechten Seite sollten Bülter und Sebulonsen durch ihre Physis überragen und die Bälle festmachen. Der Freistoß zum 1:0 wurde so zum Beispiel über einen langen Ball zu Bülter herausgeholt, indem er den Ball durch gute Physis und Ballkontrolle festmachte und Jan Leszczynski zum taktischen Foul zwang, nachdem er an ihm vorbeikam.

Spielerische Überladung links und Wirkung von Sosa

Die linke Seite wurde mit spielerischer Qualität überladen. Linton Maina, El Mala und in der zweiten Hälfte auch Borna Sosa suchten kurze Passstafetten und den Ball in die Tiefe oder vor die Dreierkette. Durch das Dazukommen von Borna Sosa wurden die Kölner in der zweiten Halbzeit griffiger in den Offensivaktionen und strahlten mehr Gefahr aus. Mikey Moore kam dabei immer wieder zur Hilfe und holte sich die Bälle von außen ab, um mit Tempo in die Mitte zu ziehen.

El Malas Rolle und Siegtreffer

Die Kölner hätten noch mehr Gefahr ausstrahlen können, wäre El Mala öfter von den Außen gekommen. El Mala spielte fast die gesamte Partie über als zentraler Stürmer. So konnte er seine Tempodribblingqualitäten nicht wirklich ausnutzen, und ihm vertändelten so einige Abschlüsse. Beim 2:1 positionierte sich El Mala auf der linken Außenbahn. Er bekam nach einem guten Mittelfeldpressing den Ball von Maina. Er konnte mit Tempo reinziehen und zog zum 2:1 ab.

 

Man of the Match

Isak Johannesson machte nicht nur das wunderschöne 1:0. Er holte sich auch viele Bälle von hinten ab und überragte mit einer guten Übersicht. Der Motor der Kölner Mannschaft leitete das Tempo des Spiels und spulte die meisten Kilometer aller Spieler auf dem Feld ab.

Fazit

Das entscheidende Etwas bei Köln lag in der zweiten Halbzeit. Die linke Seite von Köln harmonierte immer besser und brachte Scally und Hashioka zum Straucheln. Gladbach fand zwar den Weg zum Tor, aber nicht konsequent genug. Im 5-3-2 gegen den Ball wirkten die Fohlen oft zu passiv, und so verlor man ein emotional aufgeladenes Derby. Die Kölner feierten den Befreiungsschlag, und die Kritik an Trainer René Wagner wurde vorübergehend weniger.

 

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