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Hannover 96 Wappen auf Flagge
Quelle: pixaby

Wagner für den Aufstieg

Sandro Wagner hat keine Zeit verloren, um bei Hannover 96 ein erstes Zeichen zu setzen. Am Montagmorgen rollte der 38‑Jährige mit seinem schwarzen Mercedes an der Heinz‑von‑Heiden‑Arena vor – und brachte genau das mit, was sich der Klub nach turbulenten Tagen erhofft hatte: Wucht, Energie, Lust auf Arbeit. Seit Samstag ist Wagner offiziell Cheftrainer, nun hat er im Zuge seiner Vorstellung den ersten Arbeitstag absolviert. 

„Ich bin ein Arbeiter“, betonte er in der Pressekonferenz. Und genau diese Haltung prägt seinen Start.

 

Ambition als Pflichtgefühl

Wagner spricht nicht um den heißen Brei herum. Für ihn ist klar: Ein Verein wie Hannover 96 muss ambitioniert sein. Seit dem Abstieg 2019 wartet der Klub auf die Rückkehr in die Bundesliga – ein Anspruch, den der neue Trainer offen formuliert, ohne ihn als Druck zu inszenieren.

Sein Credo: „Wenn du in der 2. Liga bist, willst du in die erste.“ Nicht als Kampfansage, sondern als Selbstverständnis eines Traditionsvereins.

Nach sechs Spielen steht Hannover mit sieben Punkten auf Rang zehn. Der 38-Jährige übernimmt also nicht in einer Krise, sondern in einer Phase, in der Entwicklung möglich ist – und in der eine lange Länderspielpause wertvolle Zeit verschafft.

 

Mutiger Fußball als Versprechen

Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt machte am Montag klar, warum Wagner geholt wurde: 96 will „aktiven und mutigen Fußball spielen lassen“. Wagner selbst formuliert es ähnlich, aber direkter:

Er will nicht „hinten verbarrikadieren“, sondern mit Ball „gute Ideen haben“. Offensiver Fußball, klare Prinzipien, viel Energie – das ist die Linie, die er vorgibt.

Das 2:1 gegen Bochum am Sonntag hat er noch zu Hause mit seinen Kindern verfolgt. Ein Sieg, der ihm den Einstieg erleichtert. „Es gibt fast nichts Schöneres als drei Punkte“, sagt er – und verweist gleichzeitig auf die schwierige Situation der Mannschaft, die innerhalb einer Woche drei Trainer erlebt hat.

 

Ein Traditionsverein mit Wucht

Warum Hannover 96? Der gebürtige Münchner nennt zwei Gründe: die Zuschauer und die Menschen im Verein. Über 40.000 Fans, ein Traditionsklub, ein Standort mit Potenzial – das hat ihn gereizt.

„Man merkt, was für eine Wucht hier ist“, sagt er. Diese Wucht will er nutzen, um „gemeinsam etwas Cooles auf die Beine zu stellen“.

Seine Entscheidung sei bewusst gefallen. Er habe sich gefragt, warum Hannover im achten Jahr Zweite Liga spielt – und ob dieser Klub nicht genauso gut Erstligist sein könnte. Die Antwort will er nun auf dem Platz geben.

 

Respekt für den Vorgänger, Fokus auf die Zukunft

Über Christian Titz, der vergangene Woche freigestellt wurde, spricht Sandro Wagner mit Respekt. „Ich halte Herrn Titz für einen herausragenden Fußballlehrer.“ Kontakt gab es keinen, persönliche Bekanntschaft ebenfalls nicht.

Mit Boldt und Sportdirektor Ralf Becker habe er jedoch „Kollegen, die dastehen wie eine Eins“. Die Zusammenarbeit soll eng, klar und zielorientiert sein.

 

Spielerentwicklung als Kernaufgabe

Wagner hat die Mannschaft erst kurz gesehen, doch sein Eindruck ist eindeutig: „Hier gibt es mehr als ein, zwei, drei gute Spieler.“

Er will entwickeln – auch im Zusammenspiel mit der Akademie. Spieler müssten „hungrig sein“ und „etwas anbieten“. Die kommenden drei Wochen sollen genutzt werden, um neue Ansätze zu vermitteln und die Grundlagen seines Fußballs zu legen.

Am Montagnachmittag stand Wagner erstmals mit der Mannschaft auf dem Platz. Wie die Spieler ihn ansprechen sollen? „Sandro. Trainer. Die Jüngeren werden sicher Sie sagen.“ Locker, aber klar.

Seine Haltung zum Aufstieg bleibt pragmatisch: Arbeit, Arbeit, Arbeit – und dann sehen, was möglich ist.

Wagner wird sich in Hannover eine Wohnung suchen, seine Frau und die vier Kinder bleiben vorerst in München. Der Trainerstab bleibt weitgehend bestehen, nur eine zusätzliche Person soll noch dazukommen.

 

Ein Start mit Rückenwind

Hannover 96 hat turbulente Tage hinter sich. Doch mit Sandro Wagner kann eine Euphorie entstehen, die 96 im besten Fall wieder nach oben bringt. Der neue Trainer bringt eine klare Sprache, eine klare Idee und eine deutliche Haltung mit. Und genau das könnte die Power sein, die Hannover 96 gebraucht hat. Der erste Schritt soll nach der XXL-Länderspielpause am 10. Oktober in Magdeburg gegangen werden. 

Alle aktuellen Ergebnisse und die Tabelle der 2. Bundeliga findest du hier

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